
Der Pfad knirscht unter den Füßen, während man über einen Boden aus schwarzem Vulkangestein geht, flankiert von Trockenmauern aus Basalt, die die Mandarinenfelder abgrenzen. Der Jeju Olle Trail ist ein Netzwerk von 26 Routen, die die Insel Jeju im südlichen Südkorea umgeben, mit insgesamt über 400 Kilometern an Küsten- und Hügelwegen. Der Weg 16, bekannt als Gonae-Gwangnyeong Olle, ist einer der Pfade, die die Nordküste der Insel durchqueren und Abschnitte am Meer mit Ausflügen ins ländliche Hinterland kombinieren.

Das Olle-Netzwerk wurde im 2007 auf Initiative von Seo Myung-sook, einer Journalistin, die sich von den Wegen im Baskenland inspirieren ließ, um ein zugängliches und beschildertes Trekking-System zu schaffen, eingeweiht. Der Name "olle" stammt aus dem Dialekt von Jeju und bezeichnet die kleine Gasse, die die Hauptstraße mit dem Eingang eines Hauses verbindet: ein Bild, das die Philosophie des Weges gut zusammenfasst, bestehend aus intimen Durchgängen zwischen Ackerland, Fischerdörfern und windgepeitschten Küstenabschnitten.
Die Strecke des Weges 16
Der Weg 16 erstreckt sich über etwa 15 Kilometer zwischen den Orten Gonae und Gwangnyeong im nördlichen Teil von Jeju-si. Der Weg ist technisch nicht schwierig: der Höhenunterschied ist gering und das Gelände ist größtenteils flach oder sanft hügelig, was ihn auch für Personen ohne Trekking-Erfahrung geeignet macht. Die Beschilderung erfolgt durch blaue und orangefarbene Bänder, die an Bäumen befestigt sind, sowie durch kleine Schilder mit dem Symbol des Wildpferdes, dem Emblem des gesamten Olle-Netzes.
Entlang des Weges trifft man auf Küstenabschnitte, wo die erstarrte Lava flache Plattformen bildet, die direkt ins Meer abfallen und beeindruckende Landschaften schaffen. An einigen Stellen kann man die haenyeo, die traditionellen Taucherinnen von Jeju, beobachten, die auch heute noch das Freitauchen in den Küstengewässern praktizieren. Diese Praxis ist von der UNESCO seit 2016 als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt.
Was man auf dem Weg trifft
Wenn man ins Landesinnere geht, führt der Weg durch Mandarinenplantagen — die symbolische Frucht von Jeju — mit niedrigen Bäumen, die während der Herbstsaison voller Früchte sind. Die schwarzen Basaltmauern, die die Felder begrenzen, sind eine ständige und charakteristische Präsenz: Sie wurden ohne Mörtel erbaut und im Laufe der Jahrhunderte von den einheimischen Landwirten errichtet, um die Kulturen vor dem Wind zu schützen. Viele dieser Mauern sind heute als Elemente der traditionellen Kulturlandschaft der Insel geschützt.
In einigen Abschnitten verläuft der Pfad entlang kleiner Gewächshäuser, in denen Gemüse und Blumen angebaut werden, und man durchquert ländliche Dörfer, in denen das Leben in einem langsamen Tempo verläuft. Die Vulkankegel — im lokalen Dialekt oreum genannt — sind in der Ferne sichtbar, runde Silhouetten, die den grünen Horizont der Insel punktieren. Jeju hat über 360 oreum, die über das gesamte Gebiet verteilt sind, Überreste der intensiven vulkanischen Aktivität, die die Insel über Jahrtausende geformt hat.
Praktische Informationen für das Trekking
Die durchschnittliche Zeit, um den Weg 16 zu absolvieren, beträgt 4-5 Stunden bei moderatem Tempo, ohne längere Pausen. Der Pfad kann in beide Richtungen begangen werden, aber die offizielle Richtung führt von Gonae nach Gwangnyeong. Die Ausgangspunkte sind mit dem Bus von der Stadt Jeju aus erreichbar, obwohl die Verbindungen in ländlichen Gebieten weniger häufig sein können: Es wird empfohlen, die Fahrpläne im Voraus zu überprüfen oder die Nutzung eines Taxis in Betracht zu ziehen, um den Ausgangspunkt zu erreichen.
Die beste Jahreszeit zum Wandern ist der Frühling (März-Mai), wenn die Temperaturen mild und die Vegetation üppig ist, oder der Herbst (Oktober-November), wenn die Mandarinen reif sind und die Farben der Landschaft besonders lebhaft sind. Der Sommer ist heiß und feucht, mit der Möglichkeit von Taifunen; der Winter ist begehbar, kann aber an der Küste windig sein. Es ist immer nützlich, ausreichend Wasser mitzunehmen, da die Versorgungsstellen entlang des Weges nicht in allen Abschnitten garantiert sind. Die Olle-Pässe — kleine Heftchen, die an den Stationen entlang des Weges abgestempelt werden — sind in den Besucherzentren erhältlich und stellen ein greifbares Souvenir des Weges dar.
Der Kontext der Insel Jeju
Jeju ist eine vulkanische Insel, die etwa 80 Kilometer südlich der koreanischen Halbinsel liegt. Sie ist die kleinste Provinz Südkoreas und genießt einen besonderen Verwaltungsstatus. Ihr höchster Punkt ist der Vulkan Hallasan, mit seinen 1.950 Metern, der das Zentrum der Insel dominiert und an klaren Tagen von vielen Abschnitten des Olle-Weges sichtbar ist. Auf dem Weg 16 zu wandern bedeutet, eine Landschaft zu durchqueren, die auf Jahrtausenden vulkanischer, landwirtschaftlicher und maritimer Geschichte basiert, wo jedes Element — von dem Gestein unter den Füßen bis zur Mauer entlang des Feldes — etwas Konkretes und Beobachtbares erzählt.
